Fanatec GT 2 Lenkrad

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Das Fanatec Porsche GT2 Lenkrad

1. Vorwort:
Nachdem mit einem Billig-Lenkrad von Logitech die ersten Runden gedreht waren, stand relativ schnell fest, dass bald etwas hochwertigeres an den PC angeschlossen werden sollte. Neben einer unkomplizierten Einrichtung sollte es vor allem in Spielen voll unterstützt werden ohne Hacks und manuelle Überredungskünste. Da man von Fanatec-Wheels relativ wenig liest und sie auch selten offiziell unterstützt werden von den Spieleherstellern, war hier zunächst Skepsis angesagt. Dieser Test soll Vor- und Nachteile des Lenkrads verdeutlichen, auf die Verarbeitungsqualität und Treiber eingehen und einen Blick auf die Multiplattform-Fähigkeiten werfen.Letzteres war im Prinzip auch ausschlaggebend für genau dieses Lenkrad. Multiplattform-Wheels, insbesondere für PC und Xbox360 gibt es gar nicht auf dem Markt, hier ist Fanatecs GT2 die lobenswerte Ausnahme. Auch wenn man für den Preis ein Logitech G27 und ein billiges Xbox360-Wheel bekommen könnte, so stellt dieses Wheel doch die bessere Wahl da – warum, wollen wir unserem Test zeigen.
2. Lieferumfang / Maße / Aussehen / Innenleben:
Bei Fanatec ist es üblich, dass alle Teile einzeln gekauft werden müssen und so auch einzeln verschickt werden. So wurde das Lenkrad, die Pedale und die Bodenplatte jeweils in einem einzelnen Karton via UPS zugestellt – was nicht unbedingt einfach war, aber dazu später mehr.Das Lenkrad ist 29,5cm breit, an den Tisch geschraubt ca. 26cm hoch. Die Halterungen an der Tischplatte ragen verschraubt mindestens 2cm nach unten. Angeschlossen wird das Wheel per USB-Kabel und externem Netzteil, die Pedale werden am Lenkrad verbunden, insofern man die Standardpedale hat. Ebenso wird auch die PS3 angeschlossen. Die Xbox360 hingegen wird kabellos per Funk verbunden.

Auf der „Rückseite“ des Lenkrads gibt es 2 Schaltwippen zum manuellen Schalten während der Rennen. In das Lenkrad „versteckt“ auf der Frontseite sind die jeweiligen ABXY-Buttons und „Start“/“Select“.

Entgegen der beiligenden Anleitung leuchten auch im PC Modus die Tasten wie im Xbox360-Modus. Schließt man das Lenkrad an eine PS3 an, werden aus den Xbox-Tasten (wer hätte es gedacht) die PS3 Symbole.

 
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3. Verarbeitung / Mängel / Probleme:
Wir testen das Lenkrad am PC mit den Spielen Dirt2, Shift1 und F1 2010. An der Xbox360 verwenden wir es für Forza 3 und PGR4.Die erste Verbindung mit dem PC wollte erst nach mehreren Anläufen funktionieren, eine genaue Ursache dafür konnten wir nicht finden. Später klappte die Verbindung ohne Probleme. Die Synchronisation mit der Xbox360 hingegen funktionierte von Anfang an einwandfrei und dem Fahrspaß stand nach wenigen Sekunden nichts mehr im Wege.

Dies gilt jedoch leider nur, wenn man einen separaten Xbox-Controller hat, mit welchem man durch die Menüs navigieren kann. Leider wurde am Fanatec-Lenkrad (vermutlich aus Designgründen) auf ein simples Steuerkreuz verzichtet, womit navigieren durch die Forza3-Menüs echt eine Herausforderung werden. Die einfachste Möglichkeit hierbei ist das Navigieren mit einem zweiten Controller und einem Offline-Profil.

Das Problem besteht im Prinzip auch am PC, hier hat man jedoch meistens Maus und Tastatur noch angeschlossen, so dass dies hier weniger ein Problem darstellt.

// Update 18.02.

Manchmal sieht man den Wald vor lauter Bäumen nicht. Wie unser Leser Speedor richtig feststellte, hat auch das Fanatec Lenkrad ein Steuerkreuz. Dies ging in der Anfangseuphorie völlig verloren und befindet sich genau über den Start und Select Buttons im T-Stück des Lenkrades. Die Bewertung wurde angepasst.

Alle Lenkradeinstellungen lassen sich direkt am Lenkrad einstellen, so dass diese auf allen Plattformen zur Verfügung stehen – sehr gut. Dementsprechend gibt es auch nur wenig zum Treiber zu sagen. Das Lenkrad wird als normaler Controller unter Windows erkannt nach Installation der Treiber. Die Standardeinstellungen des Lenkrads dürften für die meisten Nutzer ausreichend sein.

Weniger hochwertig klingt beim Anschrauben an die Tischplatte auch die Verschraubung. Diese quitscht jämmerlich vor sich hin. Auch die Halterung an sich ist nicht ganz so einfach zu befestigen wie gewünscht:

Die Klammern lassen sich nach dem Lösen der Schraube (rechts) herausnehmen, so dass das Lenkrad besser verstaut werden kann. Jedoch muss man von unten kräftig drücken und gleichzeitig die Schraube festdrehen, damit ein fester und stabiler Halt ermöglicht wird. Dies war beim Formula Force EX von Logitech besser gelöst, dieses „Problem“ ist aber verkraftbar.
 
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4. Leistung / Geräuschkulisse / Pedale:
Im Vergleich zum Logitech Formula Force EX ist das Fanatec GT2 ein wahrer Leisetreter, wenngleich auch nicht völlig lautlos. Auch die per default sehr stark eingestellten Force-Feedback Effekte tun ihr übriges – diese lassen sich natürlich auch abmildern.Generell erzeugt das Lenkrad ein sehr starkes Feedback von der Strecke. Man bekommt gnadenlos aufgezeigt, ob man sich noch im grünen Bereich der Rennstrecke befindet oder nicht. Von daher ist sehr wichtig, schon beim Anschrauben darauf zu achten, dass das Lenkrad wirklich sehr fest verschraubt ist.
Kritik einstecken muss Fanatec jedoch für die Standardpedale. Wenngleich diese auch nicht wirklich teuer sind, so kann man unter dem Strich durchaus etwas hochwertigeres erwarten. Wie auf den Bildern zu erkennen handelt sich um pures Plastik, das sehr rutschig ist (dafür wird dann extra nochmal eine Bodenplatte verkauft) und auch sehr leicht ist. Hiermöchte man den hauseigenen Clubsport-Pedalen so wenig wie möglich Konkurrenz machen, was mehr als deutlich wird. Wer das nötige Kleingeld hat dem seien auf jeden Fall die Clubsport-Pedale empfohlen, via Adapter lassen sich auch die Pedale vom G25/G27 anschließen.
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5. Sonstiges / FAQ:
Fanatec ist eine kleine deutsche Firma, die ihre Produkte in Fernost produzieren lässt. Diese werden in nicht allzugroßen Stückzahlen gefertigt, so dass man durchaus auch etwas länger auf seine Bestellung warten muss (Tteilweise fast ein halbes Jahr laut diversen Berichten). In unserem Fall ging die Lieferung erfreulich schnell, wenngleich auch mit kleineren Schwierigkeiten.
Denn selbst das Verpacken und Verschicken via UPS wird von einem Dienstleister übernommen. Dieser hatte in unserem Fall schlichtweg die Hausnummer vergessen auf die Paketaufkleber zu drucken, so dass sich die Zustellung verzögerte. Hier wäre etwas mehr Sorgfalt wünschenswert.
Das Lenkrad ist zu PS4 oder Xbox One nicht kompatibel!
6. Fazit:
Fazit: sehr empfehlenswert!

Zusammengefasst erhält man mit dem Fanatec GT2, dem direkten Nachfolger des Turbo S, ein sehr gutes Lenkrad, was vor allem über die Multiplatform-Fähigkeit punkten kann. Auch der Lenkradkranz aus Leder und generell die Verarbeitung kann überzeugen. Etwas billig muten die Standardpedale an, hier empfehlen wir, falls die 200€ extra im Geldbeutel nicht schmerzen, direkt auf die Clubsport-Pedale zu setzen. Der größte Mangel ist unserer Meinung nach das Fehlen eines Steuerkreuzes für die Menünavigation, woran man schon erkennen kann, dass es an dem Lenkrad nicht wirklich etwas gravierendes zu bemängeln gibt.  

Einzel-Bewertung:
Kategorie: Punkte/max: Warum nicht mehr?
Verarbeitung 9/10 Schraube für Befestigung
Funktion: 10/10
Treiber 10/10
Lieferumfang: 10/10
Preis-/Leistung: 8/10 sehr teuer, gute Pedale kosten extra
Gesamt: 47/50
7. Weiterführende Links:
So testen wir (schenx.eu)
 

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