ASUS Vivo Tab Smart Windows 8 Tablet

1. Vorwort

Mit dem Vivo Tab Smart bringt Asus ein kostengünstiges Windows 8-Tablet auf den Markt, welches auf einen Intel Atom x86-Prozessor setzt und damit ein „vollwertiges“ Windows ermöglicht. Vorteil der x86-Tablets ist die Möglichkeit, seine gewohnten Desktopprogramme zu installieren und zu nutzen. Windows-Tablets sind damit mehr als nur ein iPad-Konkurrent sondern vielmehr auch ein Notebook-Ersatz.
Mit dem verbauten Prozessor tritt man in direkte Konkurrenz zu ARM-basierten Tablets mit Windows RT, welche für lange Laufzeiten und gute Performance in mobilen Geräten stehen.

Wie sich das Vivo Tab Smart im Alltag schlägt wird dieser Test zeigen:

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2. Erster Eindruck

Verpackung:
Das ASUS Vivo Tab Smart kommt in einer schlichten Verpackung, welche nur das Tablet selbst, ein Ladegerät und ein Produktflyer + Garantiezettel enthält. An weiterem Zubehör wird gespart (einen USB OTG-Adapter hätte man durchaus noch beilegen können), ein SmartCover mit Tastatur muss zusätzlich erworben werden. Hier spart Asus an der falschen Ecke.

Versionen:
Das Vivo Tab Smart gibt es in 2 Farbvarianten (weiß, schwarz) und mit 3G/4G und ohne Mobilfunk-Modem. Die Variante mit Modem kostet ca. 100€ zusätzlich. Asus setzt hierbei auf ein integriertes LTE-Modem, was derzeit noch keine Selbstverständlichkeit ist.

Der erste Start:
Nach dem ersten Start erinnert das integrierte Updatetool an 2 Updates – ein Bios-Update (wohl eher UEFI) und ein Treiberpaket. Dies sollte man unbedingt als erstes erledigen, da damit schon ein paar nervige Fehler behoben werden. Die anschließenden Windows Updates benötigen dann nochmal sehr viel Zeit – auch dies sollte man vor dem Einrichten erledigen, da damit die Performance etwas verbessert. Ist dies alles erledigt (was durchaus 3 Stunden dauern kann) kann es mit dem eigentlichen Einrichten losgehen.
Die Verarbeitung des Vivo Tab Smart wirkt erstmal sehr gut, die Rückseite aus gummiertem Kunststoff lässt sich gut anfassen, wirkt jedoch nicht so wertig wie das Magnesium-Gehäuse des Surface RT. Die Tasten sitzen fest, haben kein Spiel und es knarzt nichts.

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3.Leistung

Systemperformance:
Herzstück des Vivo Tab Smart ist ein Intel Atom Z2760 mit 2×1,8Ghz. Da der Prozessor HT (Hyper-Threading) unterstützt, erscheint die CPU als Quadcore. Im direkten Vergleich mit dem ARM-basierten Surface RT ergibt sich auf den ersten Blick eine ähnliche Performance. Bootzeiten und die Darstellung des neuen Startmenüs erscheint ebenso flüssig wie unter Windows RT oder am Desktop unter Windows 8 x64.
Für die Grafik ist ein Intel GMA3650 zuständig. Dies ist jedoch nur die halbe Wahrheit, da sich dahinter ein
PowerVR SGX545 verbirgt. Die Spieleperformance werden wir weiter unten untersuchen. Im normalen Betrieb macht der SoC aber eine gute Figur, HD-Material wird zuverlässig abgespielt, Flash- bzw. Youtube-Streams laufen flüssig und es gibt keine Darstellungsfehler auf Webseiten oder im Windows-Betrieb.

Speicher:
Eine Eigenheit von Windows 8 und RT Tablets ist der verbaute und verfügbare Speicher: Wurde das Surface RT mit 32Gb beworben, so waren effektiv 15Gb zur freien Verfügung nutzbar. Beim ASUS Vivo Tab Smart wird mit 64Gb geworben und
verfügbar nach dem ersten Start sind ca. 34Gb. Dies reicht zwar für die meisten wohl aus, könnte aber durchaus für Enttäuschung sorgen. Der verbaute microSD-Slot kann auch mit microSDXC-Karten umgehen und ist damit um mind. 64Gb erweiterbar (größere Karten gibt es noch nicht).
Sehr
negativ fällt jedoch der interne Speicher auf. Zwar setzt Asus wie die meisten auf eMMC-Speicher, doch ist dieser nochmal ein Stück langsamer als im Surface RT. Größere Setups wie z.B. Visual Studio werden so zu einer zeitraubenden Tätigkeit. Schade, hier verschenkt Asus Leistung.

 

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Die verbaute Karte schafft mit einem USB3.0 CardReader deutlich höhere Lesewerte und leicht höhere Schreibwerte, so dass diese Werte als das Maximum des Vivo Tab Smart-Lesegeräts angesehen werden können.

Display:
Asus verbaut im Vivo Tab Smart ein
10,1″ IPS-Display. IPS setzt sich derzeit als neuer Standard bei Displays durch und bietet eine deutlich bessere Bildqualität als die bisherigen TN-Panels. Das verbaute Panel zeigt keine Schwächen und kann als gut und IPS-angemessen bezeichnet werden. Die Auflösung von 1366×768 ist derzeit leider noch Standard in der Windowswelt, FullHD oder mehr gibt es nur in Geräten um die 1000€. Beim täglichen Arbeiten macht dies jedoch keinen allzu großen Unterschied, Dokumente und Apps werden scharf dargestellt und die Arbeitsfläche ist als ausreichend zu bezeichnen (natürlich, mehr geht immer). Leider spiegelt das Display unter hellem Licht sehr stark. Dies gleicht Asus mit einer sehr hohen Maximalhelligkeit etwas aus.

Ausstattung:
Asus orientiert sich mit diesem Tablet im unteren Preissegment und dementsprechend muss auch stellenweise Abstriche gemacht werden. Dies fängt schon beim
fehlenden USB-Port an. Der vorhandene microUSB-Anschluss ist lediglich zum Aufladen des Akkus gedacht. Mittels einem passenden OTG-USB-Adapter [Link (Amazon.de) / weitere Infos] lässt sich jedoch ein Gerät (z.B. Maus oder externe Festplatte) anschließen.
Auch beim WLAN-Modul wurde gespart und es sind nur Netze im 2,4Ghz-Band nutzbar, dafür aber mit schnellen n-Standard. Die WLAN-Reichweite ist durchschnittlich, 2 Etagen unter dem Router bricht die Datenrate stärker ein als mit dem Surface RT oder einem normalen Notebook. Die Verbindung bleibt jedoch bestehen und surfen funktioniert nach wie vor.
Im Gegensatz dazu erhält man mit
Bluetooth 4.0 die neuste Version, die ihr Stromsparpotenzial nur mit passendem Zubehör entfalten kann. Ebenfalls verbaut wird ein NFC-Chip.
Verbaut werden die obligatorischen
2 Kameras welche mit 2 bzw. 8 Megapixel auflösen. Während die Kamera auf der Vorderseite für Skype gedacht ist, soll mit der hinteren Kamera Bilder und Videos geschossen werden. Die Qualität der Bilder und Videós ist nicht gut, viel zu pixelig und matschig. Für Videotelefonie reichts, alles andere können selbst Smartphones mittlerweile besser. Beispielbild: Link, Beispielvideo: Link
Um unterwegs nicht die Orientierung zu verlieren verbaut ASUS ein
GPS-Modul im Vivo Tab Smart. Dies funktioniert mit der Karten-App problemlos, der Sat-Fix im Test dauerte knapp 10 Sekunden.
Preislich auf dem gleichen Niveau von ca. 500€ ist derzeit das Acer W510. Hierbei ist die Basis (Intel SoC) identisch, jedoch erhält man direkt ein Keyboard-Dock mit einem zusätzlichen Akku dazu. Dies ist beim Asus Tablet nicht der Fall und ein zusätzliches Sleeve mit einer (nicht andockbaren) Tastatur muss zusätzlich erworben werden.
Insgesamt wirkt die Ausstattung etwas unausgewogen. Die wenigsten werden wohl einen Nutzen aus der Rückseitigen Kamera ziehen, auch GPS dürfte nur in seltenen Fällen Nutzer finden. Von einem vollwertigen USB-Port hätte aber wohl jeder Käufer einen Vorteil gehabt.

Sound/Lautsprecher:
Der Sound über die Klinke-Anschluss ist gewohnt gut, hier gibt es keine Auffälligkeiten. Die verbauten Lautsprecher reichen für ein Youtube-Video oder ähnliches, ganze Filme oder Musik sind auch bei diesem Modell kein Genuss.

Spieleleistung:
– Pinball FX2: läuft flüssig
– Shark Dash: läuft flüssig
– Angry Birds Space: läuft flüssig
– Hydro Thunder Hurricane: ruckelt selten, stürzt jedoch öfters ab
– (Steam) Defense Grid –  The Awakening: startet nicht

Im 3D Mark (2013) erhält der Intel Atom 2453 Punkte.

Natürlich ist ein Intel Atom nach wie vor als Low-End einzustufen und auch die verbaute GPU ist keine Hochleistungsgrafikkarte. Dennoch ist das ein oder andere Spiel möglich, aufwendigere 3D-Spiele jedoch nicht. Hier ist wohl erst Land in Sicht wenn AMD (endlich) richtig in den Tablet-Markt einsteigt.

Akkulaufzeit:
Der Test wurde mit vollem Akku begonnen und am Ende waren noch ca. 25% übrig. Im normalen Alltag dürfte das Vivo Tab Smart also durchaus eine hohe Akkulaufzeit haben, wenngleich natürlich ARM basierte Tablets wie das Surface RT noch ein Stück genügsamer sind und der verbaute Akku nicht zu den größten gehört. Etwas langatmig ist das vollständige Aufladen des Tablets, hier werden knapp 3,5 Stunden fällig ehe das System 100% anzeigt. Lässt man das Tablet dann in Ruhe für insgesamt 17 Stunden, entlädt sich der Akku lediglich um 6%, wovon 8 Stunden eine WLAN-Verbindung aktiv ist.

 

4. Video:

 

5. Fazit

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Verglichen mit einem iPad oder Android Tablet erhält man mit dem ASUS Vivo Tab (und damit eig. mit jedem Windows 8 Tablet) ein vollwertiges Tablet, dass für viele auch das Notebook ersetzen könnte. Lange Akkulaufzeit, wenig Gewicht und das volle Spektrum an Programmen und damit keine Bindung an einen Appstore können durchaus überzeugen.

Hauptkritikpunkt ist der fehlende USB-Port, der nur mittels Adapter aus dem microUSB-Anschluss hergezaubert werden kann und das nicht ganz so gute Gesamtpaket wie z.B. beim Acer W510, wo im Standard-Lieferumfang für den selben Preis bereits ein Keyboard-Dock enthalten ist. Die Leistung ist auf erwartbarem Netbook-Niveau, welche dank Windows 8 deutlich gesteigert werden konnte und auch die neue Atom-Architektur sorgt für ein Leistungsplus.

Das ASUS Vivo Tab Smart ein sehr gutes Tablet, was die volle Kaufempfehlung erhält.

Verglichen mit einem Surface RT fällt die nicht ganz so wertige Verarbeitung auf, dafür ist das Vivo Tab Smart deutlich leichter und wird mit Windows 8 x86 anstelle von Windows RT betrieben, womit die Zwangsbindung an einen Appstore entfällt und die gewohnten Desktop-Programme installiert und genutzt werden können, insofern die Performance reicht.

Einzelbewertungen:
Kategorie: Punkte/max: warum nicht mehr?
Leistung 13/15 -2 extrem langsamer Speicher
Akkulaufzeit: 9/10 -1 könnte besser sein
Verarbeitung: 10/10
Ausstattung: 10/10 -1 Sleeve/Tastatur nur optional
+1 NFC, GPS
P/L 9/10 -1 Acer W510 besseres P/L
Sonstiges
Gesamt 52/55

 

6. Weiterführende Links

Produkthomepage (asus.com)
Preisvergleich (geizhals.at/de)
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Bewertungsschema (schenx.eu)

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