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artikel - hardware - ocz vertex 120gb ssd indilinx

vertex
1. Vorwort:
Diese MLC-basierte SSD mit dem neuen Indilinx Barefoot Controller (Link) gehört momentan zu den Besten am Markt - zumindest laut OCZ. Diese SSD dient für Spiele und Anwendungen - wie groß ist das Performanceplus in der Praxis?

Als die ersten Vertex SSDs (und die baugleichen Super Talent UltraDrive ME) den Markt erreichten, wurden sie mit einem schwerwiegenden Bug in der Firmware ausgeliefert. Dort konnte es passieren, dass die SSD sich im laufenden Betrieb bei Belastung aus dem System verabschiedet haben. Nach einem Firmware-Update sollte dies nicht mehr der Fall sein. Aktuelle Firmwareupdates haben nun auch das TRIM-Feature nachgerüstet - mehr dazu später.

Auch zur Vertex haben wir ein Video angefertigt. Diese beinhaltet reale Tests von Ladezeiten im Vergleich zu einer Durchschnitts-Festplatte. Zum Video geht es hier
(Link / youtube.com)
 
2. Installation:
Da es sich um ein 2,5"-Laufwerk handelt, gestaltet sich die Installation im Gehäuse etwas anders als normalerweise. Da es mittlerweile von OCZ passende Einbauwinkel gibt (Link) , ist der Einbau jedoch ein Kinderspiel in jedem Gehäuse.
Sollte man noch ein Laufwerk ohne aktuellster Firmware haben, so muss die Vertex erst geflasht werden. Wie das geht, findet man hier
(Link). Beim Flashvorgang werden alle Daten und Partitionen gelöscht. Danach führt man am Besten das Alignen durch. Bei der Vertex muss man diese auf 64kb Blöcke bzw. 128 Sektoren einstellen. Wie das genau funktioniert, steht hier (Link) unter Alignment [scrollen] oder hier (Link).
Danach kann man das Laufwerk jedoch ganz normal anschließen, partitionieren und mit Daten voll machen.
 
3. Performance:
vtx3
[SB600 + Windows Vista]

Update:

vtx
[SB750 + Windows 7 + 85% belegt]
Für ein Datengrab zu schade - für alles andere sehr gut.
vtx1

Weiterer Benchmark: ATTO
Die Performance liegt durchweg über denen von JMicron SSDs, aber noch unter einer Intel X25-M. Auch die Zugriffszeiten auf die einzelnen Dateigrößen liegen ausnahmslos unter denen von JMicron SSDs. Die Vertex bzw. Ultradrive ME gehört ohne Zweifel zum derzeitigen "Highend"-Bereich im MLC-Bezirk.
Wir haben die Vertex mittel diskpart auf 64k aligned. Leider wird trotzdem nicht 100% der verfügbaren Leistung abgerufen, was an der SB600 liegen dürfte. An einer SB700/750 dürften die sequentiellen Werte höher liegen.

Doch wie siehts in der Praxis aus?
Wir kopieren eine 4Gb große Datei auf die SSD >> Dauer: ca. 41 Sekunden //  Rate: 105Mb/s (hier limitiert die Festplatte)
Wir kopieren diese 4Gb wieder zurück auf eine HDD >> Dauer:  ca. 42 Sekunden // Rate: 105 Mb/s
F.E.A.R. 2 verursachte beim Spielen von der Festplatte an den Savepoints und Levelsprüngen deutlich wahrnehmbare Ruckler und Verzögerungen, diese trreten bei der Vertex
(wie auch bei der XPG) nicht mehr auf. Die Ladezeiten sind nochmal deutlich gesunken im Vergleich zur XPG.
Bei kleineren und/oder älteren Spielen halten sich die zeitlichen Veränderungen in Grenzen. Rollercoaster Tycoon 3 z.B. lädt nur ca. 2 Sekunden schneller als von einer Festplatte. Half-Life2 hingegen profitiert fast um 50% und die Levelwechsel gehen nun auch wesentlich schneller von statten.
Die Installation von Magix Video Deluxe 15 gelingt in knapp 20 Sekunden, fast doppelt so schnell wie auf einer Festplatte.
Die einzelnen Office-Applikationen von Office 2007 (Word, Excel und PowerPoint) sind sofort verfügbar, hier kann man nicht mehr von Ladezeiten sprechen.


*UPDATE:*

Sollte nach dem Update auf die Firmware 1.4 oder 1.41 die Performance total schlecht sein (ca. ein Drittel des Möglichen) empfiehlt es sich, das Tool diskpart aufzurufen und ein "clean all" über das Laufwerk zu jagen. Dies formatiert das Laufwerk und sorgt quasi für einen "Neuanfang" für den Controller.

 
4. Temperaturen:
Die Vertex wird nicht auffallend warm. Smart-Werte werden leider nicht ausgelesen.
 
5. Lautstärke:
Natürlich lautlos - auch kein Fiepen oder Pfeifen.
 
6. Sonstiges:
Technologisch bedingt brechen SSDs mit der Zeit leistungsbezogen ein. Dies liegt daran, dass MLC-Speicherzellen nicht einfach überschrieben werden können, sondern dass erst der 3- oder 4bit-Block ausgelesen, umgeschrieben und neu reingeschrieben werden muss. Solange die SSD noch nicht vollgeschrieben ist, schreibt der Controller in leere Zellen und erreicht sein Optimum. Sobald die SSD jedoch 1x vollgeschrieben wurde, wird der Verwaltungsaufwand für den Controller deutlich höher und die sequentiellen Werte brechen brachial ein. Dennoch: Alle anderen Messwerte (4k, 512k, random) liegen immernoch deutlich höher als bei klassischen Festplatten. Auch ist der Einbruch primär bei Schreibzugriffen, beim Lesen verringern sich zwar die Messwerte auch, aber nicht so extrem.

Den massiven Schreibeinbrüchen entgegenwirken soll das sogenannte TRIM-Feature, ein ATA-Kommando dass den Controller einer SSD dazu veranlasst, nach nicht benutzten Zellen zu suchen und diese als leer zu markieren. Dadurch verliert der Controller weniger Zeit, wenn etwas geschrieben wird und er nach freien Zellen suchen muss, um die Daten abzuspeichern.Die OCZ Vertex hat dieses Feature seit Firmware 1.1, zusätzlich bietet OCZ ein Tool an, dass TRIM unter XP und Vista zugänglich macht. Das Kommando muss nämlich vom Betriebssystem unterstützt werden, was Windows erst mit Windows 7 kann. Unter Linux muss auf den Kernel 2.6.30 oder aktueller aktualisiert werden oder die nötigen Patches manuell eingepflegt werden.

Trotz allem liegen die erzielten Werte (selbst ohne Alignment, ohne Tweaks, mit 100% Belegung) noch über denen von Festplatten - also sollte man nicht allzu hysterisch diesem Thema begegnen. Ein weiteres Thema bei SSDs betrifft die Haltbarkeit: Selbst unter Dauerbelastung dürften es die meisten nicht schaffen, eine MLC-SSD tot zu schreiben. Und sollte dann doch einmal die Performance im Keller liegen: einfach ein kurzes "TRIM" und die SSD rennt wieder wie zu Beginn.
 
7. Fazit:
Insgesamt: sehr empfehlenswert!
OCZ Vertex und die baugleichen SuperTalent UltradriveME sind die ersten MLC-basierten SSDs, die in allen Belangen überzeugen können. Dank den 64Mb Cache wird die "Schreibschwäche" von JM602B-SSDs ausgebügelt. Der Indilinx Barefoot Controller hat eine sehr hohe Performance, von der Festplatten nur träumen können. Dadurch ist sie auch für Betriebssysteme geeignet. Geschlagen geben müssen sie sich derzeit lediglich den Intel-SSDs, die aber nochmals ordentlich mehr kosten und von dem Performance-Plus dürften die wenigsten wirklich profitieren.
Allein die Tatsache, dass WesternDigital, einer der größten Hersteller von Festplatten, eine Firma spezialisiert auf SSDs übernommen hat, zeigt ganz klar, wohin die Reise in naher Zukunft gehen wird. Wer jetzt schon auf SSDs umsteigen möchte, kann bei der OCZ Vertex bedenkenlos zugreifen.
 
8. Weiterführende Links:
- Produkthomepage (ocztechnology.com)
- Preisvergleich (geizhals.at/eu)
- Allgemeiner SSD-Thread (hardwareluxx.de)
- Thread zu OCZ Vertex / SuperTalent UltraDrive (Indilinx Barefoot SSDs) (hardwareluxx.de)
- Was ist eine SSD? (wikipedia.org)
- Jetzt kaufen (Amazon.de)
- Video von uns zur Vertex (Real-World-Tests / youtube.com)
- Weitere Artikel (schenx.eu)



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