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artikel - software - windows/Linux optimierungen für ssd

1. Vorwort:
Wie mittlerweile in jedem Gebiet von aktueller Hard- und Software gibt es nicht „die“ SSD. Einerseits
ist es zwar schön, aus einer großen Produktvielfalt aussuchen zu können, andererseits können
unbedarfte Anwender auch sehr schnell den Überblick verlieren.
Bei SSDs hält sich das ganze jedoch noch in Grenzen – man unterscheidet grundsätzlich zwischen 2
Arten von SSDs, die sich vor allem durch deutliche Differenzen bei den Preisen unterscheiden.

MLC-basierte:
Bei MLC-basierten SSDs handelt es sich um SSDs mit MLC (multi level cell) Speicherchips. Sie sind in
der Regel deutlich billiger. Nachteil ist jedoch die Lebensdauer einer Zelle, die mit ca. 10.000
Schreibzyklen beziffert wird. Laut Herstellerangaben von Intel oder OCZ sollen die Laufwerke dennoch
Jahre halten, echte Erfahrungswerte wird man in erst in paar Jahren erhalten.

SLC-basierte:
SLC-Chips (single level cell) speichern nur ein Bit pro Zelle. Sie sind deutlich teurer, zumal für gleiche
Speicherkapazitäten auch mehr Chips verbaut werden müssen. Vorteil von ihnen sind die 100.000
Schreibzyklen. Sie halten also ca. 10x so lange, wenn nicht ein Chip einfach kaputt geht.

Während sich die Endkunden-orientierten Unternehmen wie OCZ, A-Data oder G.Skill hauptsächlich
auf MLC-Laufwerke spezialisieren und in kurzen Abständen neue Produkte auf den Markt werfen,
konzentrieren sich Firmen wie Mtron oder Memoright auf den Unternehmensbereich, aus dem auch
diese Technologie entstammt und schon länger bekannt ist.
Dennoch möchte Mtron auch etwas vom Kuchen abhaben und führte die Mobi-Serie ein. Sie bieten
zwar nicht die absolute Leistungskrone, für den Endkunden sind sie aber völlig ausreichend und besser
als die meisten Festplatten.
 
2. Windows-Optimierungen:
Wir beschränken uns hier auf Windows Vista, einige Tipps sind aber bestimmt auch unter XP
anwendbar. Zu gegebener Zeit werden wir den Artikel bzgl. Windows 7 aktualisieren. Dort sind
allerdings schon viele Sachen voreingestellt und generell der Umgang mit SSDs optimiert.

>> Indizierung abschalten:
Wie auch schon im Tuning-Guide beschrieben empfiehlt es sich auch hier, die Vista-Suche
abzuschalten. Sollte man wirklich etwas suchen müssen, geschieht dies bei einer SSD derart schnell,
dass die Vorteile des Vista-Index verloren gehen.
Dazu klicken wir uns in die Systemsteuerung – Verwaltung – Dienste und suchen in der langen Liste die
Windows-Suche. Dort einen Rechtsklick auf diesen Eintrag und auf Eigenschaften. Im erscheinenden
Fenster wählen wir neben „Starttyp“ den Punkt „Deaktiviert“.

>> Schreibcache aktivieren:
Ähnlich wie bei USB-Sticks empfiehlt es sich, den Schreibcache für Laufwerke zu aktivieren. Dazu
klicken wir auf Computer, dort einen Rechtsklick auf die SSD und auf Eigenschaften. Im Reiter
„Hardware“ machen wir einen Doppelklick auf das SSD-Laufwerk. Im öffnenden Fenster klicken wir auf
den Reiter „Richtlinien“ und wählen den Punkt „Für Leistung optimieren“. Nun sollten sich darunter 2
Unterpunkte befinden, einmal „Aktiviere Schreibcache auf dem Laufwerk“ und einmal „Aktiviere
erhöhte Schreibleistung“. Vor beiden Menüpunkten einen Haken setzen und mit OK bestätigen.

>>Auslagerungsdatei abschalten:
!Achtung!: Dieser Schritt kann zu Inkompatibilitäten mit alten Programmen führen. Grade bei MLC-
basierten SSDs empfiehlt er sich jedoch, da so erheblich weniger Schreibzugriffe seitens Windows
stattfinden. Auch sollte man genügend Arbeitsspeicher haben. Alternativ zum komplettem Abschalten
der Auslagerungsdatei kann man diese auch auf eine andere Festplatte, ExpressCard-SSD oder schnelle
Speicherkarte im CardReader verlegen.
Dazu sollten entsprechende Alternativen auch leistungsfähig genug sein. Den Pfad der Auslagerungsdatei passt man im gleichen Menü an, siehe folgend:
Zunächst doppelklickt man auf „Computer“ und dort auf „Systemeigenschaften“ im grün-blau
hinterlegten Menü oben. Im erscheinenden Fenster klickt man links auf „Erweiterte
Systemeinstellungen“ und bestätigt die UAC-Meldung mit Fortsetzen. Im Reiter „Erweitert“ klickt man
auf den Punkt „Einstellungen“ im Bereich „Leistung“. Im nun erscheinenden Fenster klickt man auf den
Register „Erweitert“ und auf „Ändern“ im Bereich „Virtueller Arbeitsspeicher“. Im sich öffnenden
Fenster klickt man auf den Punkt vor „Keine Auslagerungsdatei“ und rechts daneben auf „Festlegen“.
Vista wird nun auffordern, den Computer neu zu starten – das kann aber erst einmal warten.

>> Timestamp abschalten:
Der Timestamp hatte den eigentlichen Sinn, dass sich das Betriebssystem merkt, wann eine Datei zum
etzten Mal geöffnet oder geändert wurde. Achtung: Diesen Timestamp bitte nicht verwechseln mit
der Eigenschaft „Zuletzt geändert am“ im Explorer – dieser ist davon nicht betroffen.
Unter Windows öffnet man dazu einfach die cmd.exe mit Administratorrechten (rechtsklick auf die
cmd.exe und „Ausführen als Administrator“ anklicken) und gibt folgenden Befehl ein:
FSUTIL behavior set disablelastaccess 1
Dies minimiert die Schreibzugriffe auf die SSD enorm und ist vor allem für MLC-User zu empfehlen,
aber auch die SLC’ler verlängern das Leben ihrer Laufwerke.

>> Defragmentierung abschalten:
Auch diesen Punkt hatten wir schon im Vista-Tuning-Guide angesprochen. Defragmentierung
allgemein wird bei SSDs keine Rolle mehr spielen. Zu schnell sind die Zugriffe, zu marginal die
Unterschiede zwischen Fragmentiert und nicht.
Deshalb gehen wir im Startmenü auf „Alle Programme“, „Zubehör“, „Systemprogramme“ und
„Defragmentierung“ und entfernen den Haken vor der automatischen Defragmentierung.

>> Windows-Logging-Dienst abschalten/umleiten:
Achtung: Diesen Dienst benötigen einige wenige Programme (z.B. 3DMark06). Es empfiehlt sich also,
das Arbeitsverzeichnis dafür auf eine Festplatte umzuleiten.

Dazu geht man im Registry-Editor (regedit.exe unter Ausführen eingeben) in den Registry-Schlüssel

HKEY_LOCAL_MACHINE\Software\Microsoft\WBEM\

Im Unterpunkt CIMOM wählen wir rechts die Unterpunkte Working Directory, Repository Directory
und Logging Directory. Dort sind bereits Pfade definiert die in etwa so aussehen:

%systemroot%\system32\wbem\Logs\

Aus dem Teil %systemroot% machen wir z.B. ein F: oder einen anderen Laufwerksbuchstaben, je
nachdem wie die eigene Situation aussieht. Bei Notebooks, in denen man nur ein Laufwerk einbauen
kann, beschränkt sich die Möglichkeit sowieso auf eine ExpressCard-SSD oder eine SD-Karte im Card-
Reader. Alternativ kann man auch einfach den WBEM-Dienst auf der SSD lassen.

>> Sonstige Maßnahmen:

Im Forum von OCZ (ocztechnologyforum.com), dem ersten Hersteller, der SSDs dem Massenmarkt zur
Verfügung stellte (und dabei ziemlich floppte) wurden einige Tweaks für Vista 32bit/64bit
veröffentlicht. Den Thread findet man hier:
Link
[Das folgende bezieht sich auf diesen Beitrag!]
Einige Tweaks haben wir bereits angesprochen. PreFetch und SuperFetch zu deaktivieren macht die
wenigsten Probleme, wenn nur ein Laufwerk verbaut ist (z.B. im Notebook). Da Programme dort
automatisch auf der SSD installiert sind und sehr schnell starten, ist es nicht nötig, diese direkt nach
dem Starten in den RAM zu cachen.
In Desktopsystemen, in denen mehrere Laufwerke verbaut sind und Programme die häufig genutzt
werden auf einer anderen Festplatte liegen wird das ganze schon kritischer. Sicherlich, die Dienste
können problemlos deaktiviert werden. Jedoch ist ein deutliches Leistungsminus zu spüren, wenn
keine Programme mehr gecachet werden und komplett von der Festplatte geladen werden müssen.
Hier muss also jeder User für sich selbst entscheiden.

Die Tweaks im Schlüssel

HKEY_LOCAL_MACHINE\SYSTEM\CurrentControlSet\Control\Session Manager\Memory Management\

bzgl. ‘clearPageFilesAtShutdown’, ‘LargeSystemCache’ un ‘SecondLevelDataCache’ sind eher
allgemeiner Natur und können problemlos angewandt werden. Für den Punkt SecondLevelDataCache
noch ein paar Werte:
AMD Phenom 9x00 Reihe: 2048
Core 2 Duo T-Reihe: 4096
AMD Phenom II 9x0 Reihe: 2048
AMD AthlonX2: 1024 oder 2048

Auch die Tweaks im benachbarten Registry-Schlüssel

HKEY_LOCAL_MACHINE\SYSTEM\CurrentControlSet\Control\FileSystem

können ohne Bedenken angewandt werden.
Der Wert für NtfsDisable8dot3NameCreation deaktiviert die Möglichkeit im NTFS-Dateisystem, dass
Namen in verkürzter Form abgespeichert werden – erhöht die Dateisystemperformance und hat wenig
mit einer SSD zu tun.
Der Wert in NtfsMemoryUsage = 2 erhöht den Dateicache – auch eher ein Tuning für das Dateisystem
und weniger für die SSD.
Den Teil bzgl. der Windows-Dienste haben wir ja schon weiter oben abgehakt.
Die restlichen „Tweaks“ liegen im Ermessen des Benutzers. Die Indexierung für die SSD kann man
getrost deaktivieren. Die Aktivierung des „Performance Mode“ deaktiviert die meisten grafischen
Schmankerl von Vista. Beides hat natürlich keine Auswirkungen auf die SSD.
Der letzte (sinnvolle) Punkt bzgl. dem Hibernation-File liegt ebenfalls im Ermessen des Benutzers. Wer
häufig den Hibernate-Modus benötigt (beim Hibernate wird eine Kopie des Systemzustandes in der
Größe des verbauten Arbeitsspeichers auf der Festplatte abgelegt und der PC komplett ausgeschaltet.
Im Gegensatz dazu wird im Standby der aktuelle Systemstatus in den Arbeitsspeicher geladen und
diese konstant mit einer gewissen Spannung versorgt, so dass dieser die Informationen behält). Wer
also auf Hibernate verzichtet, kann so noch einmal ein paar Gb auf der SSD freischaufeln.

>> Alignment:
Für optimale Performance muss die SSD richtig „aligned“ werden. Während XP damit überhaupt nix
anfangen kann, wird bei Vista und „7“ zwar aligned, aber nicht optimal für SSDs. Diese Werte sind aber
vom Controller in der SSD abhängig. SSDs mit JM602- und Indilinx Barefoot-Controller sollten 64k
Alignment-Werte bzw. 128 Offset-Sektoren erhalten, SSDs mit internen RAIDs (G.Skill Titan oder OCZ
Apex) das doppelte. Ebenso auf klassischen RAIDs aus 2 solcher Laufwerke jeweils den doppelten
Wert.

Um das Alignment zu verändern, muss die SSD blank und unpartitioniert sein. Weiterhin benötigt man
das Tool diskpar (XP). Vista User haben das alternative Tool diskpart bereits vorinstalliert. Dieses kleine
Kommandozeilen-Tool ermöglicht also das editieren der Laufwerke. Dazu geht man wie folgt vor:

Zunächst muss man herausfinden, welche Datenträger-Nummer die SSD in dem System hat. Dazu klickt
man sich in die Datenträgerverwaltung von XP. (Systemsteuerung – Verwaltung). Dort notiert man sich
die Datenträger Nummer seiner SSD.

Unter XP öffnet man nun via cmd.exe diskpar mit dem Befehl „diskpar –s x“, wobei x die Nummer des
Datenträgers sein muss, sonst gibt es Chaos. Zunächst wird man nach den Offset-Sektoren gefragt,
meistens (JM602 / Indilinx Barefoot) muss man hier 128 eingeben. Für andere SSDs findet man diese
Informationen auch meist bei google in User-Foren. Danach muss man noch die Partitionsgröße
angeben (in Mb), bei 30Gb wären dies 30553. Diese Information findet man aber auch im diskpar-
Fenster ein Stückchen weiter oben. Danach sollte man diese Partition noch formatieren, meist mit
NTFS und 4096kb große Zuordnungseinheiten (standard).

Unter Vista/7 hat man bereits das Tool diskpart vorinstalliert. Dazu klickt man auf das „Start“-Menü
und tippt im Ausführen-Feld „diskpart“ ein. Nach Bestätigen der UAC-Meldung befindet man sich
direkt im Tool (ebenfalls Kommandozeile). Dort kann man sich mittels „list disk“ seine Laufwerke
anzeigen lassen und danach direkt select disk x, wobei x für die Nummer der SSD steht. Danach gibt
man den Befehl „create partition primary size=30553 align=64“ ein und erhält somit eine Partition mit
dem richtigen Alignment. Danach noch ein active um die Partition aktiv zu schalten und dann kann das
Tool auch wieder geschlossen werden. Danach noch eine Schnellformatierung auf NTFS und alles ist
fertig.

Wichtig: Im Tool diskpar unter XP muss man die Offset-Sektoren angeben, unter diskpart (Vista/7) die
Größe des Alignments. Macht man dieses Alignment nicht, kann es zu extremen Leistungseinbrüchen
kommen.


>> Der letzte allgemeine Hinweis:
SSDs sind mit sogenannten „wear-leveling“-Algorithmen ausgestattet, die dafür sorgen, dass die Flash-
Zellen einer SSD gleichmäßig abgenutzt werden. Erkennt der Controller also eine defekte Zelle wird
diese als defekt markiert und eine andere Zelle verwendet. Dies geht solange gut, bis der Controller
keine Ausweichmöglichkeit mehr findet. Dieser Prozess kann entscheidend verlängert werden, wenn
eine SSD nicht bis zum randvoll gefüllt ist. Als allgemeine Richtlinie kann man 80% sehen, grade bei
MLC-Laufwerken.
 
Weiter gehts auf Seite 2: Link (Linux-Optimierungen)
 



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